Aufräumarbeiten in Bangkok
7. Juli 2010 | Von Redaktion FA | Kategorie: Leserbriefe(FA14/2010) Ich wünschte, ich könnte den geplagten Rentenbeziehern eine einfache (Er-)Lösung vorschlagen, aber die gegenwärtige Euro-Krise verspricht nur mehr Schmerzen, und die Banken werden diese Pein, sprich Schuldenschnitt, nicht übernehmen. Deshalb bleibt es wieder an uns „Normalos“ hängen, und zweifelsohne wird die 20-prozentige Reduktion an Gegenwert des Euro Spuren im Geschäftsleben auf der Naklua-Seite des Delfins in Pattaya hinter- lassen.
Die Engländer haben sich mittlerweile an den Sparkurs gewöhnt.
Ich gebe es freimütig zu, mich hat die große Idee des Euro und die Vision eines starken Europas auch voll reingezogen und ich bin, bis vor kurzer Zeit, sehr gut damit gefahren. Nun haben auch meine finanziellen Verhältnisse einen ernsthaften Blechschaden erlitten. Den starken Euro, das starke Europa haben die Amerikaner schon lange missmutig beobachtet, weil er ihnen den offensichtlich langfristigen eigenen Niedergang noch deutlicher vorgezeigt hat.
Aber da gehen die südlichen Euro-Teilnehmer, anstatt, wie von ihnen erwartet, verantwortungsvolle Mitglieder zu werden, hin und borgen wie wild zu den Konditionen von Deutschland.
Grundsätzlich sind alle großen Währungen infolge der Verschuldungsproblematik krank und nach dem Wegfall des Goldstandards nur noch Papier, allerdings ist das Spotlicht zurzeit auf dem Euro und plagt diesen. Das Pfund ist unter Dauerbeschuss und der Dollar wird nach dem Einschlummern der Euro-Krise ins Visier genommen werden. Deutschland wird den schwachen Euro zu einer Export-Offensive nutzen.
Die Zinsen in der Eurozone werden deshalb noch auf längere Sicht extrem tief bleiben. Die technische Abwertung und die tiefen Zinsen werden den Exportländern wie D und F helfen und längerfristig auch den Euro stabilisieren. Kurzfristig (1-2 Jahre) ist jede Aufwärtsbewegung limitiert, solange die Schuldenberge unbereinigt dastehen, aber gegen unten können noch weitere unliebsame Überraschungen folgen (Spaniens Immobilien, Italien), die aber kurzfristig sein werden.
In Thailand hingegen wird momentan der Kurs von 45 THB pro Euro bereits ein 12-Monats-Ziel sein.
Das heißt, jeder Tourist und Expat wird den eigenen Sparkurs seinen Verhältnissen anpassen müssen. Verbuchen Sie es unter ‘’Finanzierung der Exzesse der Griechen’’ oder ‘’Support unserer unterkapitalisierten Banken’’.


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