Anzeige

Tropical Garden Lounge

Unter Rentnern geht die Angst um

8. Juni 2010 | Von | Kategorie: Artikel Thailand

Der Euro-Verfall schmälert das überwiesene Einkommen

Das Euro-Logo ist derzeit kein Symbol mehr für eine stabile und weltweit gefragte Währung.

(FA12/2010) Urlauber aus dem Euro-Raum merken es bei jedem Geldtausch. Ihre Währung ist in Thailand längst nicht mehr so viel wert wie noch vor einigen Monaten. Die griechische Krise und die hohe Verschuldung weiterer Staaten der Europäischen Union wie Italien, Spanien und Portugal haben den Euro abstürzen lassen. Gaben die thailändischen Banken Ende November für eine Euronote noch über 49 Baht, so erhalten Touristen inzwischen 20 Prozent weniger.

Während sich der Euro in kurzer Zeit zu einer Schwachwährung entwickelte, trotzt der thailändische Baht allen Unbilden. Monatelange Demonstrationen, die wochenlange Besetzung eines Geschäftsviertels im Herzen Bangkoks und die blutigen Unruhen haben an den Devisenmärkten so gut wie keine Spuren hinterlassen. Der Baht ist stark! Ende November gab es für einen US-Dollar 32,80 Baht, jetzt sind es immerhin noch 32. Im Gegensatz zu so vielen europäischen Staaten ist Thailand nicht überschuldet. Die Wirtschaft floriert trotz innenpolitischer Auseinandersetzungen, der Export boomt, und bei der Staatsbank lagern ausländische Devisen in Höhe von fast 150 Milliarden US-Dollar.

Der Blick auf Kurven, Tabellen und Diagramme über die Entwicklung von Baht und Euro, aber auch des Schweizer Franken, offenbart eine brisante, soziale Krise. Davon betroffen sind Rentner und Pensionäre aus dem Euro-Raum. Denn es sind nicht nur gut situierte Frauen und Männer, die sich in Thailand ein neues Lebensumfeld geschaffen haben. Tausende Rentner müssen monatlich mit einem schmalen Budget auskommen. Darunter sind viele, die gerade wegen ihrer geringen Einkünfte in das Königreich wechselten. Weil hier das Preis-Leistungsverhältnis stimmt, und sie sich bei ihrer Niedrig-Rente mehr leisten können als zum Beispiel in Deutschland.

Mit dem latenten Euro-Verfall wächst das Risiko abzusteigen. Rentner mit einem ohnehin geringen Einkommen und einer um 20 Prozent reduzierten, aus dem Euro-Gebiet überwiesenen Altersversorgung werden sich einschränken müssen. Das geht bei stetig steigenden Preisen und Gebühren an die Substanz. Schon geht die Angst um, den Koffer packen und ins Heimatland zurückkehren zu müssen. Zumal prominente Volkswirte das Rettungspaket der Euro-Staaten als gravierenden Fehler bezeichnen. Es könnte dramatische Folgen haben. Ein Ökonom schließt nicht aus, dass der Euro mittelfristig eine Parität zum Dollar erreicht. Ein folgenschwerer Kursverfall bei einem weiter stabilen und starken Baht!

Von der Devisenkrise weniger berührt sind Schweizer: Ihre Währung verlor gegenüber dem Baht ab Ende November (32,3) „nur“ etwa vier Franken.

Ein Kommentar auf "Unter Rentnern geht die Angst um"

  1. [...]Unter Rentnern geht die Angst um – FARANG Magazin [...]