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Übermüdete Busfahrer ein Sicherheitsrisiko

24. Juni 2010 | Von | Kategorie: Artikel Thailand

Erschreckende Unfallbilanz / Im Jahr über 100 Tote und noch mehr Verletzte

Rettungskräfte bergen Tote und Verletzte aus einem total beschädigten Reisebus.

(FA13/2010) Menschliches Versagen ist die Hauptursache für die außergewöhnlich hohe Zahl der Busunglücke in Thailand. Nach Angaben der Road Safety Group, Forschungszentrum der National Health Foundation, sind jedes Jahr zwischen 300 und 400 Reise-, Linien- und Überlandbusse an Unfällen unterschiedlicher Art und Schwere beteiligt. Bei 75 Prozent haben die Wissenschaftler als Ursache Fehler des Fahrers, bei 14 Prozent technische Mängel und bei 11 Prozent einen schlechten Fahrbahnzustand ermittelt.

Menschliches Versagen be­deutet in den meisten Fällen: Der Busfahrer war während der Fahrt eingeschlafen. Die Lenker der Verkehrsmittel stehen unter einem hohen Zeitdruck und immerwährenden Stress. Das gilt besonders für die Fahrer der Überlandbusse. Da die Unternehmer ständig Druck machen, damit der Fahrplan eingehalten und die Fahrgäste pünktlich ihr Ziel erreichen, setzen sich Angestellte immer wieder über die Regeln hinweg. Diese besagen, dass der Fahrer nach vier Stunden Fahrzeit eine halbe Stunde Pause einlegen muss, insgesamt nur acht Stunden hinter dem Lenkrad sitzen darf und nach einer solchen Reise ausreichend schlafen muss.

Vor einer elfstündigen Fahrt von Nordthailand bis zum Mor Chit Terminal in Bangkok wird sich ein Busfahrer kaum bei seinem Chef beschweren, wenn der Beifahrersitz für den zweiten Fahrer leer bleibt. Er müsste um seinen Job bangen. Also bringt er die Fahrgäste bei einer nur kurzen Pause nach Bangkok, schläft wenige Stunden und setzt sich für die Rückfahrt energielos und müde in den Bus. So ergeht es ihm bis zu siebenmal in der Woche. Schlafstörungen, Nervosität, sinkende Leistungsfähigkeit und ständige Übermüdung sind die Folgen.

Dann geschieht die Katastrophe. Der Fahrer schläft ein, der Bus kommt von der Fahrbahn ab, überschlägt sich und bleibt im Straßengraben oder auf der Böschung liegen. Rettungskräfte bergen Tote und Verletzte. Die zwölf Millionen Fahrgäste, die jedes Jahr die 8.500 Überlandbusse benutzen, sind sich des hohen Unfallrisikos sicherlich nicht bewusst. Würden die Regelungen konsequent befolgt, deren Einhaltung von Behörden kontrolliert und die Eignungstests für Busfahrer verschärft, gäbe es nicht jedes Jahr weit über 100 Tote und mehrere hundert Verletzte.

Vier Unfälle aus der Schreckensbilanz der letzten zwölf Monate:

• Im Juni letzten Jahres überschlug sich ein Bus mit Beamten der Verwaltungsorganisation aus der Provinz Samut Prakan in Krabi. 17 Personen kamen ums Leben, 30 wurden verletzt.

• Ein mit 53 Soldaten besetzter Bus kam im Januar 2010 auf dem Weg zum Stützpunkt in der nordöstlichen Provinz Udon Thani von der Fahrbahn ab. Aus dem schwer beschädigten Fahrzeug wurden 40 Soldaten mit zum Teil erheblichen Verletzungen geborgen.

• Auf der Fahrt von Pattaya nach Bangkok kam im Februar 2010 ein mit vietnamesischen Touristen besetzter Reisebus von der Fahrbahn ab. Ein Urlauber starb, 20 weitere erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Nach den Ermittlungen der Polizei war der Busfahrer eingeschlafen.

• Mitte Mai kam in Ranong ein Reisebus auf regennasser Straße ins Schleudern. Das Fahrzeug prallte frühmorgens mit einem Lastzug zusammen. Ein 19-jähriger Tourist aus England starb im Krankenhaus, weitere drei Engländer und vier Thais erlitten Verletzungen.

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