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Kurz gefragt: Wolfgang Meud

15. März 2010 | Von | Kategorie: Kurz gefragt

(FA06/2010)
 

Wolfgang Meud hat von Jugend an Fußball und später Tennis gespielt. Im Urlaub kamen Tauchen und Surfen hinzu. Eine Arthrose in beiden Fußgelenken bremste den Sportbegeisterten. Er wechselte zum Fahrrad und schwingt sich in Thailand ständig auf den Sattel. Der Leverkusener kam im Jahr 2004 nach Thailand und lebt mit seiner Frau Joe in Bang Saray, einem kleinen Fischerort zwischen Pattaya und Sattahip.

DER FARANG: Sie besitzen einen Pick-up und ein Motorrad, und dennoch fahren Sie mehrfach in der Woche die 50 Kilometer von Ihrem Wohnort nach Pattaya und zurück. Muss Fitness so weit gehen?

Wolfgang Meud: Da ich in meinem bisherigen Leben immer Sport betrieben habe, brauche ich das. Gerade wenn man älter wird, hält Sport jung, und man bleibt fit. Ich hab`s noch keine Minute bereut.

DER FARANG: Welche Strecken in der Region favorisieren Sie?

Wolfgang Meud: Die Bergregionen zwischen Pattaya und Sattahip, die man als Tagestour bis nach Rayong abstrampeln kann. Die Landschaft ist traumhaft und ideal zum Rad fahren.

DER FARANG: Sie starten jedes Jahr zu mehrtägigen Touren. Über endlos lange Fahrbahnen und selbst über hohe Berge. Gibt`s nicht bessere Steckenpferde, mit denen die Freizeit zum Vergnügen wird?

Wolfgang Meud: Sport ist für mich ein Vergnügen, da dieser mich mein ganzes Leben begleitet hat. Das ist mein Naturell, und ich hoffe, Sport noch lange ausüben zu können.

DER FARANG: Fahren Sie allein, oder in Begleitung?

Wolfgang Meud: Alleine fahre ich auch schon Mal. Aber meist begleitet mich mein Radkollege Patrick. Er ist Franzose, und wir haben uns vor fünf Jahren bei einer Radtour in Sattahip kennen gelernt.

DER FARANG: Nennen Sie uns Ihre letzten Radreisen im Königreich.

Wolfgang Meud: Die letzte Tour führte in den Norden über Lampang nach Chiang Rai zum Goldenen Dreieck nach Mae Sai, und von dort über Fang nach Chiang Mai. Die davor ging von Nong Khai immer am Mekong entlang über Mukdahan bis nach Sisaket. Den Süden und Osten Thailands haben wir auch schon bereist. Unsere Touren beginnen meist mit dem Zug oder Bus bis zu dem Ort, wo wir unsere Fahrradreise starten. Später geht`s auch so wieder zurück. Das ist sehr praktisch in Thailand, weil die Mitnahme des Rades im Zug/Bus kein Problem ist.

DER FARANG: Wie viele Kilometer legt Ihr am Tag zurück. Wie oft macht Ihr Pause? Wo wird übernachtet?

Wolfgang Meud: So zwischen 90 und 150 Kilometer, es kann auch schon etwas mehr werden. Das hängt von der Beschaffenheit der Straße und den Windverhältnissen ab. Pausen sind wichtig beim Touring mit dem Rad und werden so alle 20 bis 25 km eingelegt. Wir übernachten meist in Hotels und Resorts, die ein sauberes Bett haben und wo es etwas Anständiges zu essen und zu trinken gibt. Wenn wir eine solche Unterkunft unterwegs nicht finden, geht es auch schon mal zum Übernachten ins Wat – was gar nicht so schlecht ist.

DER FARANG: Wie wirken sich die starke Sonneneinstrahlung und die hohe Luftfeuchtigkeit aus? Das muss doch an die Substanz gehen?

Wolfgang Meud: Die Sonneneinstrahlung und der dadurch aufgeheizte Asphalt der Straße ist schon ein Problem. Ich habe mich damit abgefunden, aber wenn es auf den Mittag bzw. Nachmittag zugeht, schlaucht es ganz schön und die Kondition lässt nach. Die hohe Luftfeuchtigkeit macht Patrick und mir nichts aus, daran haben wir uns gewöhnt.

DER FARANG: Wie lange brauchen Sie zum Regenerieren, nach einer schweren Etappe oder nach den Strapazen einer Abenteuertour?

Wolfgang Meud: Wenn man abends im Quartier geduscht und sich gepflegt hat, geht es zum Essen, zu dem auch einige Flaschen Bier kein Tabu sind. Danach ist man müde, und man will nur noch schlafen. Am nächsten Morgen fühlen wir uns eigentlich gut erholt. Nach einer mehrtägigen Tour bleibt das Fahrrad eine Woche zu Hause stehen, weil ich meinen wunden Allerwertesten pflegen muss.

DER FARANG: Nervt es Sie nicht, die ganze Zeit das schwere Gepäck mitrumzufahren?

Wolfgang Meud: Nerven nicht, das muss schon sein. Wenn es aber auf den zweiten Tagesabschnitt zugeht, ist das Gewicht schon eine Plage.

DER FARANG: Zu Ihrer „Maschine“. Eine Spezialanfertigung, oder ein in Fachgeschäften erhältliches Tourenrad?

Wolfgang Meud: Es ist, wie auch bei meinem Kumpel Patrick, ein ganz normales Tourenrad, das wir uns zur gleichen Zeit in einem kleinen Radgeschäft in der Nähe des Sirikit-Krankenhauses in Sattahip gekauft haben.

DER FARANG: Was hat sich durch das Hobby Rad fahren für Sie verändert?

Wolfgang Meud: Da ich Rentner bin, musste ich mir ein neues Betätigungsfeld suchen. Den ganzen Tag am PC sitzen ist nichts für mich. Das Hobby macht mich ausgeglichener und ruhiger, und ich fühle mich körperlich fit.

DER FARANG: Was machen Sie, wenn Sie nicht Rad fahren?

Wolfgang Meud: Die Sauna wird mindestens zweimal die Woche besucht. Einmal die Woche geht es immer an einen schönen Strand in der Umgebung. Da wir in Bang Saray wohnen, fahren wir wöchentlich zum Einkaufen nach Pattaya, sonst gäbe es kein Frühstück. Weiter steht Gartenarbeit an, und es ist über der Woche viel zu tun. Meine zwei Hunde halten mich auch auf Trapp. Einem Plausch mit angenehmen Menschen bei einem guten thailändischen Essen und einem Bier bin ich auch nicht abgeneigt.

DER FARANG: Wie sehen Ihre weiteren Touren-Pläne aus?

Wolfgang Meud: Die nächste Tour geht wohl in den Isaan. Die Menschen dort sind sehr freundlich, und man wird mit offenen Armen aufgenommen.

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