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Silverhill Residence

Das kochende Auswanderer-Duo in Maenam

1. Februar 2010 | Von | Kategorie: Artikel Samui

(FA03/2010)

Wie Hania und Matthias Bück ihr neues Leben auf Samui meistern

Ein dickes Rumpsteak mit Zwiebeln schmeckt bei Matthias Bück fast noch besser als zu Hause. Er und seine Frau Hania haben sieben Jahre als Gastronomen im Raum Thuner See in der Schweiz gearbeitet und verstehen ihr Handwerk.

In der Auswanderer-Welt auf Koh Samui zählen Hania und Matthias Bück zu den Exoten. Mit ihren jungen 28 Jahren drücken sie den Altersschnitt der meist betagten Aussteiger nachhaltig. Auch sonst läuft bei den beiden Schwaben vieles anders. Als sie vor einem Jahr Maenam zu ihrem neuen Wohnsitz kürten, kamen indirekt Millionen Deutsche mit auf die Insel. In der Vox-Serie „Die Auswanderer“ waren Hania und Matthias in sieben Folgen vertreten und sind so im gesamten deutschsprachigen Raum prominent geworden. Bei so viel Popularität ging fast unter, dass sie nach einem Jahr auf Koh Samui nicht nur Fuß gefasst, sondern auch wirtschaftlichen Erfolg haben.

Ganz so naiv, wie die gelernten Gastronomen in den ersten TV-Folgen rüber kamen, sind sie nicht. Matthias hat in namhaften Hotels im Schwabenland und in der Schweiz professionell sein Handwerk gelernt und ist ein Mann, der mit Kochtopf und Pfanne umgehen kann. Seine Frau Hania bildet als ausgebildete Hotelfachfrau das perfekte Gegenstück. Resolut, geschäftstüchtig, immer das Ziel im Auge: zufriedene Gäste, zufriedenstellender Umsatz, zufriedenes Unternehmerpaar Bück. Letzteres haben beide auch ihrer siebenjährigen Tätigkeit in der Schweizer Gastronomie zu verdanken. Das war kein Honiglecken und eine Schule fürs Leben.

Im Hot Stone Park in Maenam, etwa einen Kilometer vor dem Ortszentrum in Richtung Postamt, liegt das kleine Restaurant der Bücks. Das „Bamboo“ ist seit der Eröffnung vor einem Jahr zu einem kleinen Wallfahrtsort für Touristen geworden. Mit verantwortlich dafür ist die Fernsehserie „Die Auswanderer“, das wissen Hania und ihr Mann. Obwohl sie zu Beginn der Ausstrahlung zunächst eher schmerzhafte Popularität erlangt hatten, ist unter dem Strich dank Vox-TV der Start ins Auswandererleben auf Samui geglückt.

„Nach der ersten Sendung wäre ich am liebsten im Erdboden versunken!“ Hania fiel aus allen Wolken, als sie sich am Tag der Ausstrahlung wie eine leicht naive kleine Hexe durch den Filmbeitrag fegen sah. Resolut, zielstrebig, selbstbewusst, das ist sie – und gibt das auch zu. Durch die knappen Filmschnitte wurde unbedarften Zuschauern jedoch ein Bild von Hania vermittelt, das diese selbst kränkte. „Schwamm drüber“, lacht sie heute, „das ist eben journalistische Freiheit.“ Von Folge zu Folge geriet durch ihren Erfolg im „Bamboo“ die Geschichte wieder ins rechte Licht. Hania war zuletzt dann doch Hania und ist den Fernsehmachern heute dankbar für die hilfreiche Werbung.

„Kennst du die Auswanderer? Die mit dem Restaurant in Maenam?“ – Diese Frage stellen viele Touristen, die nach Samui kommen und bei Vox die Lebensgeschichte der Bücks mitverfolgt haben. Die meisten machen das „Bamboo“ ausfindig und fragen manchmal sogar nach Autogrammen. Matthias Bück freut sich, wenn plötzlich wildfremde Menschen aus Deutschland oder der Schweiz mit einem Stück Käse oder einer Packung Lebkuchen ins Restaurant kommen und so ihre Verbundenheit zeigen. Einer hat ihm sogar mal eine Kappe mitgebracht. Nicht ohne Grund, denn das Markenzeichen von Matthias in der Auswanderer-Serie waren stetig wechselnde Kopfbedeckungen.

Das neue Leben haben sie gemeistert, wenn auch nicht aller Anfang leicht war. Mit ihrer Investition von etwa 10.000 Euro haben sie das „Bamboo“ aufgerüstet. Die Küche genügt nun auch technisch westlichen Ansprüchen. Und bei aller Popularität freut die Bücks dann doch, dass viele Gäste schlicht nach Maenam kommen, weil es ihnen bei den „Auswanderern“ schmeckt. An guten Tagen ist es schon vorgekommen, dass Hania wegen Überfüllung des Lokals Gäste auf den nächsten Tag vertrösten musste.

Die Realität hat sie eingeholt. Harte Arbeit statt ein sorgenfreies Leben im Paradies. Das hatten Hania und Matthias Bück schon vor dem Sprung ins neue Leben geahnt. Es macht ihnen trotzdem Spaß, denn die Lebensqualität in Thailand mit stets warmen Temperaturen und freundlichen Menschen schätzen sie sehr. Sie würden den gleichen Schritt noch einmal wagen, da sind sich die Eheleute sicher. „Auch wenn es hier schwieriger ist, echte Freunde zu finden und soziale Kontakte auszubauen, zurück nach Deutschland wollen wir nicht mehr.“

Hania und Matthias Bück, die Vox-Auswanderer, haben ihre Einwanderungsprüfung bestanden. Vor allem auch deshalb, weil sie von Beginn an ein Konzept hatten und mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben sind.

Sam Gruber

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