Carlos-Zuschriften:
1. Februar 2010 | Von Redaktion FA | Kategorie: Leserbriefe(FA03/2010)
Carlos hatte in der Ausgabe Nr. 2 seine Meinung gesagt und in Restaurants ein Hausverbot für Gäste in kurzen Hosen gefordert. Zu dieser Kolumne erreichte die Redaktion mehrere Zuschriften:
Keine Frage, mich stören auch die schlampig rumlaufenden Europäer, die unsere gesamte Spezies in Verruf bringen, besonders, wenn sie mit ärmellosen Unterhemden in Restaurants sitzen. Zu Heiligabend, Weihnachten und Silvester ist mir das besonders negativ aufgestoßen. Trotzdem muss ich Carlos widersprechen. Kurze Hosen müssen nicht immer unangemessen und schlampig aussehen, besonders nicht in warmen Ländern. Es gibt sogar Länder, in denen kurzhosige Uniformen bei Polizei und Armee üblich sind.
Bei folgendem Satz habe ich mich dann doch verschluckt: Thais sind ein Vorbild für perfekte makellose Garderobe. Das ist doch lächerlich. Ich sehe morgens Frauen im Schlafanzug zum 7-Eleven gehen oder fahren. An diesen Anblick kann ich mich beim besten Willen nicht gewöhnen, das ist doch voll daneben.
Ich war in den letzten Jahren auf drei Hochzeiten. Auf allen Feierlichkeiten habe ich diverse Thais absolut unangemessen gekleidet gesehen. Während wir uns entsprechend dem Anlass gekleidet hatten, liefen Thai-Männer mit alten dreckigen Flipp-Flops, alten Jeans und verwaschenen, ungepflegten T-Shirts herum. Dicke Thai-Frauen saßen mit alten T-Shirts und hässlich-blümchenbunten kurzen Hosen herum, die aussehen wie Schlafanzughosen. Das fand ich sehr unhöflich und absolut unpassend. Ich hätte sie diplomatisch aufgefordert zu gehen, wenn es meine Hochzeit gewesen wäre. Wir haben uns entschieden hier zu leben, aber nicht alles gut finden zu müssen.
Andreas Lemke
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Wenn ich in einem Lokal esse, und es kommen laute, tätowierte Farang in Unterwäsche herein, lasse ich Essen und Wein stehen und verlange die Rechnung. Wenn der Kellner fragt, was nicht stimme, blicke ich wortlos in Richtung der Neuankömmlinge. Wenn er nur die Achseln zuckt, gehe ich nie wieder dorthin essen. Wenn er aber den Chef ruft, versuche ich es in ein paar Monaten nochmals. Das Problem ist, dass das Angebot von angenehmen Lokalen mit der Zeit schrumpft. Speziell in der heutigen Zeit, wo jeder Kunde willkommen ist. Wie wäre es mit einer Liste der guten Lokale, die Wert auf ein anständiges, äußeres Erscheinungsbild und gepflegten Umgang legen?
Edy Scheffmacher
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Hundert Mal ja zum Rausschmiss von Gästen mit kurzen Hosen abends im Restaurant. Meine Frau und ich sind bis jetzt 18mal in Thailand gewesen. Noch niemals habe ich eine negative Erfahrung mit Thais machen müssen. Alles, was ich dafür getan habe ist, dass ich mit meiner Frau mich wie ein Gast in einem fremden Land benommen und mich den Gegebenheiten angepasst habe. Es wäre schön, wenn wir als Gäste in Thailand uns daran erinnern würden, dass wir in Deutschland dies von unseren Gästen auch so haben möchten. Meine Frau und ich lieben das thailändische Volk und freuen uns jedes Mal auf die schöne Zeit. Ansonsten möchte ich mich bei der Redaktion für die immer faire Berichterstattung bedanken. Ihr wisst gar nicht, wie viel Gutes Ihr diesem Land, aber auch den Touristen antut, die, einmal den Farang gelesen, in dieses wunderbare Land kommen.
Rolf Beckmann
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Carlos spricht mir aus dem Herzen. Mir ist das auch schon sehr oft aufgefallen, dass sich viele Urlauber so benehmen, als wenn Sie zu Hause in ihrem Wohnbereich lebten. Benehmen und Anstand gleich null.
Hans Burkhardt
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Auch wir wünschten uns, dass mehr Gaststättenbesitzer den Mut hätten, unangemessen gekleidete Gäste des Lokals zu verweisen. Es ist schon manchmal erstaunlich, wie wenig Anstand manche Touristen wahren, so nach dem Motto: Hier kennt mich ja keiner, hier kann ich machen was ich will und mich benehmen wie ich will. Bitte, greift öfters solche Themen auf.
Renate Hofmann
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So gekleidet, wie diese Ignoranten in ein Speiselokal gehen, gehe ich nicht einmal an den Strand. Nur geduscht und nicht mit verschwitzten Klamotten. Die Reinigung täglich kostet ein Butterbrot, und wenn das Geld für so etwas nicht reicht, dann sollen sie zu Hause bleiben. An den Strand mit kurzen Hosen, aber abends immer nur mit langen Hosen. Ich war in Pattaya das erste Mal 1977 und habe seitdem das thailändische Familienleben kennen und schätzen gelernt.
Erwin Metzler
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Ich verabscheue solche „Menschen-Gäste“. Jeder Besucher eines solchen Restaurants kann den Anspruch stellen: keine Schweißdüfte neben mir! Es braucht ein Verbot für falsche Bekleidung, und es wird keinen Umsatzrückgang geben.
Anton P.
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Es ist teilweise zum Kotzen, wie sich einige Leute aufführen und kleiden. Wobei man allerdings ergänzen muss, sie wissen es wohl nicht anders. Zu Hause können sie sich ein entsprechendes Lokal nicht leisten, da die Kosten ja erheblich höher sind, und im Stammdöner laufen alle so rum. Vielleicht sollte es in Pattaya (und nicht nur dort) eine Initiative geben, die Lokale, die auf Kleidung und Benehmen Wert legen, veröffentlicht bzw. mit einem Aufkleber auszeichnet.
August Stein, Willich
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Wenn Carlos im Streifenanzug, mit Krawatte und Lackschuhen dinieren möchte, dann sollte er sich abends mit dem Taxi zum Oriental Hotel nach Bangkok bringen lassen. Ich empfehle ihm, auf der Fahrt an einigen Fünf-Sterne-Hotels in Pattaya anzuhalten. Dort wird er sehen, dass die meisten Touristen in kurzer Hose ein- und ausgehen. Carlos hat „kurze Hosen“ nicht definiert. Natürlich geht Mann oder Frau nicht in Gymnastikhose oder ähnlichen Kleidungsstücken abends in ein Restaurant. Hosen mit einer Länge bis zu den Knien oder dreiviertellang sind schick und dem Klima in diesem Land angepasst.
Gerd Stumpf, Banglamung
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Was mich stinkwütend macht, sind die primitiven Auswahlregeln von Carlos zur Bestimmung von Kultur oder Nichtkultur. Lieber Carlos merke: Anstand, Stil und Ästhetik haben nur bedingt was mit dem „Outfit“ zu tun, sie müssen von Herzen kommen!
Tungsong
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Was sind wir eigentlich alle, wenn wir uns in Thailand aufhalten? Gäste. Wir wollen ja auch, dass sich ausländische Gäste in unserem Land an unsere Gesetze halten. In Thailand ist das nicht anders. Die Sache mit den kurzen Hosen ist nur ein Thema. So ist es Frauen schlicht verboten, sich oben ohne (etwa beim Sonnen) zu zeigen. Trotzdem sieht man das immer wieder. Abgesehen davon, dass es ungesetzlich ist, stellt sich mir die Frage: Muss das unbedingt sein?
Thomas Lichtenfeld, Hannover
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Also, ich habe Pattaya immer geliebt, weil man sich so frei bewegen konnte, auch ohne feinen Zwirn. Einen schwitzenden oder mit kurzen Hosen bekleideten Urlauber als unpassende Person zu bezeichnen, finde ich falsch. In Deutschland wird das durch das Preisniveau geregelt: Wen man etwas Besseres will, muss man ebben daf?r mehr bezahlen. Betreiber von Restaurants k?nnen bestimmen, welche G?ste willkommen sind und welche nicht. Als Europ?er finde ich es gut, abends mit kurzen Hosen unterwegs zu sein. Carlos, mach Dir keine Sorgen, der neue, gehobene Tourist wird Deine Erwartungen erf?llen. Mehr Privatstr?nde, mehr Rechte f?r die Anwohner und Disziplinierung der Touristen – ist es nicht das, was Du willst?
Peter
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Vor 30 Jahren kam ich zum ersten Mal nach Thailand, anschließend verbrachte ich alle Jahre die Wintermonate hier. Seit sieben Jahren lebe ich abwechslungsweise im Isaan und in Kanchanaburi, wo ich auf der Immigration mein Jahresvisum mache und mich alle drei Monate melde. Mir ist noch nie in den Sinn gekommen, bei über 30 Grad Hitze lange Hosen anzuziehen. Bisher wurde ich auch in kurzen Hosen und Sandalen immer freundlich und zuvorkommend bedient auf dieser Immigration. Ein Restaurant mit Kleidervorschrift würde ich nie besuchen. Meine kurzen Hosen kaufe ich in gepflegten Geschäften für so um die 1000 Baht, und für gute Sandalen bezahle ich auch bis 3000 Baht. Mir ist es wichtig, dass ich mich wohl fühle, und das würde ich sicher nicht mit langen Hosen, Socken und geschlossenen Schuhen.
Peter Grob, Yasothon
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Ich gebe Ihnen recht, dass es unerträglich ist, in welchem Aufzug manche Urlauber in der Immigration und in Restaurants auflaufen, ganz zu schweigen von ihrem Verhalten. Aber nun grundsätzlich ein Hausverbot für kurze Hosen einzufordern, geht zu weit. Es sei denn, man kann es sich erlauben, nur in Luxus-Hotels und Luxus-Restaurants zu verkehren. Das von Ihnen erwähnte Mandarin Oriental kann ich mir jedenfalls nicht erlauben. Wir sollten auch das Klima bedenken. Mir ist es jedenfalls lieber, es sitzt mir ein Mensch gegenüber, der nicht total durchgeschwitzt ist, als ein korrekt gekleideter Mensch mit durchweichter Kleidung und rot-glänzendem Kopf. Es gibt jedoch Grenzen des Anstandes, und bei manchen Zeitgenossen fröstelt es mich. In der Immigration habe ich es auch mal erlebt, dass der Antragssteller weggeschickt wurde. Ich fand das unbedingt richtig,
Horst Böker
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Ich war im letzten Jahr im International Hospital Pattaya beim Zahnarzt. Dort kam ein deutscher Tourist mit bloßem Oberkörper aus dem Behandlungsraum einer thailändischen Zahnärztin. Die Zahnärztin habe ich darauf hingewiesen, dass dieser Patient in Deutschland hochkant herausgeflogen wäre. Mir wurde erwidert, er ist ein Kunde. Man schämt sich oft über unsere Landsleute im Ausland. Wir müssen öfter diese Leute bloßstellen.
Hellmut
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Gerade bei unseren europäischen Mitbürger ist teilweise der Anstand und Respekt verloren gegangen. Ich selber mache mir auch so meine Gedanken über diese Zeitgenossen. Eigenartigerweise sind es Personen, die sich ihre Reise mühsam zusammen gespart haben, um dann ihren schlechten Manieren in Thailand freien Lauf zu lassen. Ich begrüße es, wenn die niveaulosen Personen einen Verweis bekommen, wie z.B. an öffentlichen Orten. Dann könnte die Polizei, die ja ohnehin an Geldmangel leidet, ein gutes Geschäft machen.
Klaus Brandtscheit
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Aus Platzgründen können leider nicht alle Zuschriften in der gedruckten Ausgabe des Magazins publiziert werden. Weitere Zuschriften werden jedoch auf der Webseite www.der-farang.com veröffentlicht. DER FARANG bedankt sich bei seinen Lesern für das große Interesse.












