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Mehrwertsteuer soll stufenweise erhöht werden

18. Januar 2008 | Von | Kategorie: Artikel Thailand
Mehrwertsteuer soll stufenweise erhöht werden

Mehrwertsteuer soll stufenweise erhöht werden

(FA02/2008) Wenn es nach dem Amt für Finanzpolitik geht, wird die Mehrwertsteuer in den nächsten Jahren kontinuierlich bis auf 10 Prozent angehoben. Das Fiscal Policy Office (FPO), das gerade mit einer gründlichen Überholung des thailändischen Steuersystems beschäftigt ist, hat vorgeschlagen, die Mehrwertsteuer von derzeit sieben Prozent um ein Prozent pro Jahr anzuheben, bis die vom Gesetz limitierten 10 Prozent erreicht sind.

In der Wirtschaftskrise Mitte des Jahres 1997 erreichte die Mehrwertsteuer bereits die 10 Prozent, als die Regierung Chavalit Yongchaiyudh auf Drängen des Internationalen Währungsfonds die Steuern erhöhte, um damit mehr Geld in die Staatskasse zu bekommen. Mit dieser Anhebung erreichte man das genaue Gegenteil, denn die Rezession im Lande verschlimmerte sich noch. Daraufhin wurde diese Steuer wieder auf sieben Prozent heruntergefahren, und alle nachfolgenden Regierungen haben sie auf diesem Level belassen, obwohl sie die gesetzliche Möglichkeit gehabt hätten, sie auf 10 Prozent anzuheben. Auf Anraten des FPO sollen die stufenweisen Anhebungen nur dann durchgeführt werden, wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse einwandfrei dafür sprechen.

Die neuen Steuervorschriften zielen auch auf eine Verringerung der persönlichen Steuersätze ab, und die Experten vertreten das Prinzip, dass eine niedrigere Abgabenlast zu einer breiteren Steuerbasis führen und die weit verbreitete Steuerhinterziehung reduzieren könnte.

Die persönliche Einkommensteuer basiert zur Zeit auf einem progressiven System, bei dem die ersten 100.000 Baht jährliches Einkommen steuerfrei bleiben. Zwischen 100.000 und 500.000 Baht werden 10 Prozent fällig. 20 Prozent werden für Einkommen zwischen 500.000 und einer Million Baht erhoben, 30 Prozent zwischen einer und vier Millionen Baht, und wer mehr als vier Millionen Baht im Jahr verdient, wird mit 37 Prozent Einkommensteuer zur Kasse gebeten.

Da von den geschätzten acht Millionen individuellen Steuerzahlern Thailands nur ein Prozent in dieser Klasse Steuern bezahlt, machen diese Zahlungen auch tatsächlich 37 Prozent der steuerlichen jährlichen Staatseinnahmen aus. Zwei Prozent der Steuerbasis, mit einem jährlichen Einkommen von mehr als einer Million und einer Steuerklasse von 30 Prozent, bringen dem Staat 34 Prozent seiner steuerlichen Gesamteinnahmen.

FPO-Beamte liessen verlauten, dass die revidierten Steuerklassen die Steuerlasten der Mittelklasse mindern werden, da die Höchststeuer auf 32,5 Prozent reduziert werden soll.

Die Einkommensteuern der Unternehmen sollen ebenfalls von 30 auf 25 Prozent reduziert werden, um die Wettbewerbsfähigkeit des privaten Sektors zu steigern. Man reagiert damit auf die Tatsache, dass diese Steuern in vielen Nachbarländern niedriger sind als in Thailand. Nach der neuen Steuerstruktur soll die Basissteuer auf 25 Prozent gesenkt werden, während die existierenden Anreize für neu an der Börse gelistete Unternehmen eliminiert werden sollen. Viele Jahre hatte es die Regierung gestattet, dass Unternehmen, die an der Börse von Bangkok (Stock Exchange of Thailand) registriert sind, nur 25 Prozent Unternehmenssteuer für drei Fiskalperioden zahlten, an der Börse für alternatives Investment (MAI) sogar nur 20 Prozent.

Das FPO ist davon überzeugt, dass die Steuerreform es dem Land ermöglichen wird, innerhalb von zwei Jahren wieder zu ausgeglichenen Haushaltsplänen zurückzukehren, was von 1997 bis 2004 nicht der Fall war. Nach zwei ausbalancierten Jahren zeigte das Fiskaljahr 2007 ein Defizit von 146,2 Milliarden Baht, das sich für 2008 sogar auf 165 Milliarden erhöhte.

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